Kunst und Malerei
Wassily Kandinsky
Der
russische Maler und Kunsttheoretiker wurde am 4. Dezember 1866 als Sohn
einer Teehändlerfamilie geboren. Während seines Studiums der
Rechtswissenschaften in Moskau begann er zu malen. Im Zuge einer Forschungsreise
im Ural kam er in Kontakt mit abstrakten Bemalungen der dort lebenden
ethnischen Gruppe. Dies prägte sich tief in ihm ein und die Verwendung
des Abstrakten in seinem Werk machte ihn zu einem der wesentlichsten Vertreter
des Expressionismus.
Nachdem Kandinsky eine Lehrtätigkeit an einer Universität ausschlug,
um sich voll und ganz der Malerei zu widmen, zog er ohne seine Frau nach
München. Dort besuchte er eine Malschule und studierte an der Kunstakademie.
Er war Mitbegründer der Künstlergruppe Phalanx, die allerdings
auf wenig Anklang stieß. Er lernte seine spätere Lebensgefährtin
Gabriele Münter kennen und unternahm mehrere Reisen nach Frankreich,
Italien und in die Niederlande. Vor allem die Besuche in Paris und die
Werke von Paul Cézanne
und Paul Gauguin
hinterließen tiefen Eindruck. Nach seiner ersten Ausstellung im
Jahr 1902 in Berlin lernte er den Anthroposophen Rudolf Steiner kennen,
der sein Schaffen ebenfalls inspirierte.
Endgültig zur abstrakten Malerei hin entwickelt hat sich Kandinsky
schließlich im Zuge der Gründung der Neuen Künstlervereinigung
München im Jahr 1909. Nachdem allerdings eines seiner abstrakten
Werke von einer Ausstellung ausgeschlossen wurde, verließ der die
Vereinigung und gründete den Blauen Reiter. Etwa zeitgleich publizierte
er kunsttheoretische Schriften, in denen er eine gewisse Form von Spiritualität
als notwendig für künstlerisches Schaffen ansieht.
Nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges floh Kandinsky aus Deutschland
und kehrte nach Russland zurück. Er hatte viele Jahre eine Lehrtätigkeit
inne, verlor allerdings im Zuge der russischen Revolution sein Vermögen
und verließ seine Heimat abermals, um eine Stelle als Lehrer am
Bauhaus in Deutschland anzunehmen. Dort gründete er unter anderem
mit Paul Klee die
Künstlergruppe Die Blaue Vier und in seinem Werk wurden geometrische
Strukturen vorherrschend.
Im Jahr 1928 wurde er zum deutschen Staatsbürger und traf auf Solomon
Guggenheim, der begann, eine der größten Sammlungen an Kandinsky-Werken
zu schaffen, welche heute im Guggenheim-Museum ausgestellt werden. Nachdem
1933 das Bauhaus geschlossen wurde, zog es Kandinsky nach Frankreich,
wo er sich schließlich in Paris niederließ. Er nahm an zahlreichen
bedeutenden Ausstellungen teil und erwarb schließlich auch die französische
Staatsbürgerschaft. Sieben Jahre, nachdem ein Teil seines Schaffens
von den Nationalsozialisten beschlagnahmt wurde, starb er am 13. Dezember
1944.