Kunst und Malerei
Vincent van Gogh
Der
niederländische Maler wurde am 30. März 1853 als Sohn eines
Priesters geboren und wuchs in einer kleinen Stadt auf dem Land auf. Nachdem
er ein Internat besucht und die Mittelschule abgebrochen hatte, kehrte
er zunächst zu seinen Eltern zurück, begann aber 1869 eine Ausbildung
in einer Kunsthandlung in Den Haag. Er verliebte sich unglücklich,
was sich auch in einer unzuvorkommenden Art seinen Kunden gegenüber
niederschlug, sodass er nach London versetzt wurde. Dort vereinsamte der
ohnehin eigenbrötlerische van Gogh noch mehr und schließlich
kündigte er seine Anstellung, nachdem er in die Heimat zurückgekehrt
war.
In den folgenden Jahren arbeitete er bei verschiedenen Unternehmen und
setzte das Zeichnen als Autodidakt fort. Erst als er einige Zeit in Den
Haag verbrachte, nachdem ihn seine Familie als Versager abgestempelt hatte,
kam er in Kontakt mit der Malerei. Sein Werk war wesentlich von Rembrandt
geprägt und war durch die dunkle Farbpalette charakterisiert. Daraufhin
verbrachte er viel Zeit damit, Landschaften zu malen und verlagerte schließlich
seinen Lebensmittelpunkt in die Stadt Antwerpen, um dort mehr künstlerische
Inspiration zu erhalten. Dort besuchte er zwar die Kunstakademie, doch
schnell erwuchs der Wunsch nach Paris zu gehen. So lernte er schließlich
den Impressionismus
kennen und schloss Freundschaft mit Paul Gauguin.
Sein Stil verlangte nun nach reinen, hellen Farben und er war fasziniert
und beeinflusst vom Holzschnitt. Allerdings blieb van Gogh weiter ruhelos
und reiste weiter nach Südfrankreich, wo er zahlreiche Landschaftsgemälde
anfertigte, darunter auch die bekannte Serie von Sonnenblumen.
Dort ereignete sich auch jener ungeklärte Vorfall, bei dem sich van
Gogh selbst am Ohr verletzt haben soll. Dies war letztlich ausschlaggebend
dafür, dass er sich in Behandlung von Ärzten und Psychologen
begab, die seine Wahnvorstellungen und Depressionen zwar behandeln, aber
nicht heilen konnten. Sein Gesundheitszustand verhinderte phasenweise
künstlerisch tätig zu sein, doch trotzdem gilt van Gogh als
einer der produktivsten Künstler der Geschichte. Er entschloss sich
letztlich für einen Aufenthalt in der Nervenheilanstalt Saint Rémy,
wo er unter anderem die bekannte Sternennacht malte. Sein postimpressionistischer
Stil beeinflusste bereits damals und auch weiterhin zahlreiche Künstler
des Expressionismus.
Seine letzten Monate verbrachte er gemeinsam mit seinem Bruder in Auvers,
wo er eine durchwegs produktive Phase erlebte und zahlreiche Werke schuf.
Aus ungeklärten Gründen schoss sich van Gogh am 27. Juli 1890
in den Oberkörper und starb zwei Tage später an den Folgen.