Kunst und Malerei

Roy Lichtenstein

Der US-amerikanische Maler Roy Fox Lichtenstein wurde am 27. Oktober 1923 in Manhattan geboren. Er begann erst in seiner Jugend zu zeichnen und belegte erst 1939 Kurse. Zunächst beschränkte sich sein Werk auf das Zeichnen von Modellen oder Stadtszenen, da sein Lehrer sich ebenfalls auf nahe liegende Motive beschränkte und das Abstrakte ablehnte. Danach besuchte Lichtenstein die School of Fine Arts an der Ohio State University und sein neuer Mentor inspirierte ihn zum Stil des Expressionismus.

Nachdem Lichtenstein zwei Jahre im Militär gedient hatte, heiratete er 1949 Isabel Wilson und schloss ein Jahr später sein Studium ab. Danach arbeitete er in Cleveland als grafischer Zeichner und gestaltete Weißblechdosen. Während dieser Zeit konzentrierte er sich vor allem auf typisch amerikanische Motive und Objekte, die er allerdings auf expressionistische bzw. surrealistische Art darstellte. Doch selbst nach mehreren Ausstellungen blieb die Anerkennung aus und durch die prekäre finanzielle Situation nahm Lichtenstein 1957 die Lehrtätigkeit auf. Zu dieser Zeit malte er hauptsächlich expressionistisch, da dies dem amerikanischen Zeitgeist entsprach, doch es wurden in seinem Werk die ersten Ansätze von Pop-Art erkennbar. Er experimentierte auch mit Action-Painting, doch der kommerzielle Erfolg blieb weiterhin aus.

So begann Lichtenstein erstmals um 1960 mit dem Zeichnen von Comic-Figuren und es begann gleichzeitig eine Anstellung an der Rutgers University in New Jersey. Der Kontakt mit neuen Künstlern, wie beispielsweise Jasper Johns, der mitunter einen sehr extremen Zugang zur Kunst vertrat, zündete bei Lichtenstein die Idee neuer Experimente und Provokationen. Er begann das aus Comics bekannte Element der Sprechblase zu verwenden und stellte die industrielle Drucktechnik nach. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten und 1961 gelang Lichtenstein mit Look Mickey der Durchbruch. Dies wiederum beeinflusste maßgeblich Andy Warhol, der sich ab diesem Zeitpunkt von Comic-Motiven abwandte.

Zugunsten der Malerei brach Lichtenstein seine Lehrtätigkeit ab und zog nach New York. Es folgten zahlreiche Bilder mit Gegenständen des Alltags und durch die einerseits subtile Darstellung und andererseits kommerzielle Produktion wies sein Schaffen große Ähnlichkeit mit industriell geschaffenen Comics auf. Des Weiteren benutzte Lichtenstein, inspiriert durch Pablo Picasso, Abstraktionen, für die starke schwarze Linien und punktierte Flächen charakteristisch wurden.
1995 wurde Lichtenstein der hoch dotierte Kyoto-Preis für sein Werk verliehen und er starb zwei Jahre später am 29. September 1997 in Folge einer Lungenentzündung in Manhattan.