Kunst und Malerei
Paul Gauguin
Der französische Maler wurde am 7. Juni 1848 in Paris als Sohn eines
französischen Schriftstellers und einer spanischen Journalistin mit
peruanischen Wurzeln geboren. Schon kurz nach seiner Geburt verließ
die Familie aufgrund der Ereignisse rund um die Februarrevolution das
Land in Richtung Peru. Gauguins Vater starb auf der Überfahrt und
nachdem 1853 in Peru der Bürgerkrieg ausgebrochen war, kehrte er
mit seiner Mutter und Schwester nach Frankreich zurück. Nach dem
Besuch einer Marineschule diente er in der Kriegsmarine, war aber ab 1872
in der Heimat in einer Bank tätig. Durch seinen dort erlangten finanziellen
Wohlstand wurde er zum Kunstliebhaber und kam erstmals in Kontakt mit
Künstlern und der Malerei.
1882 gab er inmitten der Wirren des Börsenkraches seinen Beruf auf
und widmete sich vollends der Malerei. Zu dieser Zeit war sein Werk impressionistisch
geprägt und erst nachdem er eine Reise in die Karibik unternommen
hatte, begann sich sein Stil zu verändern. Dieser war derart eigenständig,
dass er am ehesten post-impressionistisch oder symbolistisch genannt werden
kann. Er wandte sich von Landschaftsmotiven ab und Personen zu, die er
mittels vieler bunter Farben vereinfacht darstellte. Die Motive der Karibik
wurden vorherrschend und zeigten gleichermaßen die tropische Flora
und exotisch anmutende Bewohner. Diese Darstellung steht allerdings in
starkem Widerspruch zu den ärmlichen Verhältnissen, die Gauguin
im kolonialisierten Polynesien vorfand. Doch nach zwei Jahren kehrte Gauguin
aufgrund finanzieller und gesundheitlicher Probleme in die französische
Heimat zurück.
Dort blieb der erhoffte Erfolg aus und für seine mitgebrachten Bilder
erntete er von der breiten Öffentlichkeit lediglich Unverständnis.
Eine Erbschaft ermöglichte es ihm, sich ein Atelier einzurichten,
wo er mit seiner Geliebten zusammen lebte. Doch diese bestahl ihn während
er sich in der Bretagne aufhielt und wo er sich zudem auch eine Verletzung
am Bein zuzog, die nicht mehr heilen würde. Von diesen Rückschlägen
gezeichnet, entschloss sich der verbitterte Gauguin zu einem Rückzug
nach Polynesien. Auch der Vorfall, bei dem sich sein Freund Vincent
van Gogh selbst am Ohr verletzte, hinterließ tiefe Spuren.
Im Jahr 1895 dorthin zurückgekehrt, verschlechterte sich sein Gesundheitszustand
zusehends. Auch seine finanzielle Situation war derart prekär, dass
er nach zwei Jahren Aufenthalt einen Suizidversuch unternahm. Doch parallel
zu diesen Geschehnissen wurde das europäische Publikum unerwartet
auf Gauguins Werk aufmerksam und die finanziellen Zuwendungen erlaubten
ihm eine neue Lebensgrundlage auf der Insel Hiva Oa einzurichten. Dort
starb er im Alter von 54 Jahren am 8. Mai 1903 und wurde dort zur Ruhe
gesetzt.