Kunst und Malerei
Pablo Picasso
Der am 15. Oktober 1881 geborene spanische Maler und Bildhauer gilt unbestritten
als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Das Talent
war ihm vermutlich in die Wiege gelegt, denn bereits sein Vater José
Ruiz Blasco war als freischaffender Maler und Lehrer an einer Kunstgewerbeschule
tätig. Picasso wurde somit früh gefördert und schon im
Alter von zehn Jahren besuchte er die Schule für Bildende Künste.
Nach seiner ersten Einzelausstellung im Jahr 1900 besuchte er die Kunstmetropole
Paris, wo er mitunter von den impressionistischen Arbeiten von Paul
Cézanne beeinflusst wurde. Nur wenig später war während
seines Aufenthaltes in Barcelona der Beginn der Blauen Periode, in der
sich Picassos Werk auf melancholische bläulich-grüne Töne
reduziert.
Bereits nach wenigen Jahren und weiteren Aufenthalten in Paris tritt Picasso
mit dem Gemälde Junge mit Pfeife in die Rosa Periode ein.
In dieser Phase herrschen Harlekins und Gaukler als Motive vor und mit
dem Blau, das in den Hintergrund rückt, weicht ebenso die Melancholie
aus den Gemälden.
Einen weiteren Meilenstein in Picassos Leben nimmt sein Gemälde Les
Demoiselles d'Avignon ein, das fünf Prostituierte in einem Bordell
darstellt. Es gilt als eines der wichtigsten Werke im Zuge des aufkommenden
Kubismus, der sich vor allem auch durch die Zusammenarbeit zwischen Picasso
und Georges Braque herausgeformt hat.
Spätestens nach Ausstellungen in München im Jahr 1910 und in
New York im Jahr 1911 wurde Picassos Werk international bekannt. Doch
aufgrund des Ersten Weltkrieges nahm die Zusammenarbeit mit George Braque
ein abruptes Ende, da dieser in den Kriegsdienst eingezogen wurde. Picasso
blieb zunächst in Paris zurück, unternahm allerdings Reisen
nach Italien. Im Zuge dessen entwarf er in Rom Kostüme und Bühnenbild
zum Ballett Parade des Ensembles Balletts Russes. So lernte er
die Primaballerina Olga Stepanowna Chochlowa kennen, die er im Jahr 1918
zur Frau nahm.
Schließlich folgte die Abkehr vom Kubismus
und neoklassizistische sowie surrealistische Einflüsse kehrten ein.
Auch das Motiv des Minotauren fand sich erstmals in dieser Zeit in Picassos
Werk. Im Zuge der Ereignisse des Spanischen Bürgerkrieges entstanden
Bilder, die Picassos Erschütterung darüber Ausdruck verliehen,
unter anderem im Jahr 1937 das monumentale Gemälde Guernica.
Aufgrund seiner Gegnerschaft zu Franco wurde ihm von Seiten der Nationalsozialisten
Ausstellungsverbot erteilt. Seine späteren Jahre sind geprägt
durch die Verbindung zu Henri Matisse
und Picasso zieht sich in sein Domizil Mougins zurück, wo er am 8.
April 1973 starb.