Kunst und Malerei
Kasimir Malewitsch
Kasimir
Serewinowitsch Malewitsch wurde am 11. Februar 1878 in Kiew geboren. Seine
Eltern waren polnischer Herkunft und er erlebte aufgrund vieler Wechsel
der Arbeitsstellen seines Vaters eine schwankende Jugend, die ihm auch
kaum eine schulische Ausbildung zuteil werden ließ. Aus Interesse
begann er in seiner Jugend als Autodidakt zu malen und nutzte seine Fertigkeiten
dazu, um später eine Stelle als technischer Zeichner zu bekommen.
Nachdem er genug Geld gespart hatte, belegte er ein künstlerisches
Studium in Moskau und war zunächst tief beeindruckt vom Impressionismus.
1907 verlagerte er schließlich seinen Lebensmittelpunkt nach Moskau
und bereits wenige Monate später folgte seine erste Ausstellung,
die bereits primitivistische bzw. kubistische Züge zeigte. Er war
mehreren Künstlervereinigungen zugehörig, bis er im Jahr 1913
Kostüme und Bühnenbild für die Oper Sieg über die
Sonne gestaltete. Hierfür gebrauchte er unter anderem ein schwarzes
Quadrat, das zwei Jahre später als Schwarzes
Quadrat auf weißem Hintergrund für bahnbrechende Furore
in der Kunstwelt sorgte. Der Weg für die abstrakte Kunst war nicht
zuletzt durch dieses Werk endgültig geebnet worden. Doch nicht nur
dafür, sondern auch für die folgenden Gemälde, wie Das
Rote Quadrat, Gelbes Parallelogramm und Weißes Quadrat,
erntete er harsche Kritik für den neuen Stil und das damit verbundene
Lebensgefühl der Erregung.
Nachdem Malewitsch im Ersten Weltkrieg in die zaristische Armee einberufen
wurde, erhielt er im Jahr 1917 die Aufsicht über die nationalen Kunstsammlungen
des Kreml. Nur kurze Zeit später folgte er dem Ruf von Marc
Chagall an eine Kunstschule nach Witebsk, wo er auch eine Künstlergruppe
gründete. Sein Wirken beschränkte sich allerdings nicht nur
auf die Region, sondern setzte neue Denkprozesse in der internationalen
Kunstszene in Bewegung. Nach Streitigkeiten verließ er Witebsk in
Richtung Sankt Petersburg, doch da in der stalinistischen Ära auch
die Avantgarde abgelehnt wurde, verlor Malewitsch sein Ansehen.
Schließlich erhielt er ein Visum und reiste nach Deutschland, wo
er allerdings nur wenig Anerkennung erhielt. Er kehrte in weiterer Folge
nicht nur zurück nach Leningrad, sondern Ende der 1920er Jahre auch
zur figurativen Malerei. Nachdem er einige kurzfristige Anstellungen angenommen
hatte, erhielt er einen Posten am Forschungslabor des Russischen Museums
in Leningrad. Aufgrund des staatlichen Verbots avantgardistischer Kunst
war sein Spätwerk weit mehr figurativ und weniger abstrakt. Malewitsch
verstarb schließlich am 15. Mai 1935 an einem Krebsleiden.