Kunst und Malerei
Joan Miró
Joan Miró i Ferrá wurde am 20. April 1893 in Barcelona
geboren und war katalanischer Maler und Bildhauer. Er begann bereits in
frühester Kindheit zu zeichnen, doch diese Tätigkeit stieß
auf Ablehnung seitens seines Vaters. Nach Verlassen des Gymnasiums wegen
zu schlechter Noten begann er auf Wunsch desselben eine kaufmännische
Ausbildung, nahm aber auch Kunstunterricht in Barcelona. Nachdem Miró
als Buchhalter gearbeitet hatte, veranlassten ihn gesundheitliche Umstände
zur Aufgabe des Berufs und er bekam die Erlaubnis, an einer privaten Kunstschule
Unterricht zu nehmen. Dort wurde er durch die moderne französische
Kunst maßgeblich geprägt.
1915 musste Miró in den Kriegsdienst eintreten, konnte aber auch
in Barcelona sein erstes Atelier beziehen. Nur drei Jahre später
fand seine erste Einzelausstellung statt, wo vornehmlich Stillleben und
Landschaftsgemälde ausgestellt wurden. Es folgte eine seiner ersten
Reisen nach Paris, bei denen er in Kontakt mit Pablo Picasso und anderen
Surrealisten trat. Später richtete er sich in Paris ein Atelier ein
und weitere Ausstellungen wurden ausgerichtet. Als Schlüsselwerk
dieser Phase gilt Der Bauernhof, in dem er vom Realismus weg und hin zum
Abstrakten kommt. Nachdem 1936 der Spanische Bürgerkrieg ausgebrochen
war, wurde Paris zum ständigen Lebensmittelpunkt für Miró
und seine Familie. Er hatte sich mittlerweile dem Surrealismus
verschrieben und seine Werke wurden neben jenen von Pablo
Picasso, Salvador Dalí und
anderen ausgestellt. Miró nannte sie selbst Bild-Gedichte, auf
denen er mit unverwechselbarer Bildersprache seine vordergründigen
Motive Mond, Sterne, Augen und Frauen erkennbar werden lässt. Beeinflusst
durch den Traum und das Unbewusste entstehen unter anderem Karneval
des Harlekins, Sterne im Geschlecht von Schnecken oder Tänzerin
II.
1956 verlegte Miró seinen Wohnsitz nach Mallorca, wo eine Periode
von monochromen Bildern folgte. Des Weiteren ließ er sich eine Werkstatt
einrichten und arbeitete an zahlreichen Skulpturen sowie mit Keramik.
Sein Spätwerk ist verstörend und Ausdruck seines Protests gegen
Kommerzialisierung der Kunst. Er sprach von Ermordung der Malerei und
forderte vor allem mehr Anerkennung für Konstruktionen. Sein Protest
gipfelt in der fünfteiligen Serie Verbrannte Leinwände.
Damit einhergehend und aufgrund seines Grauens vor dem beginnenden Massentourismus
übergab er Palma de Mallorca einen Teil seines Besitzes als Schenkung,
woraufhin eine Stiftung gegründet werden konnte. Doch Miró
hat Mallorca nicht verlassen und starb dort am 25. Dezember 1983.