Kunst und Malerei

Henri Matisse

Der französische Maler und Bildhauer wurde am 31. Dezember 1869 geboren und belegte erst Zeichenkurse, als er nach dem Studium der Rechtswissenschaften als Anwaltsgehilfe gearbeitet hatte. Nachdem ihn die Folgen einer Operation lange zur Bettruhe zwangen, begann er endgültig mit der Malerei. Er gab seine juristische Laufbahn zugunsten der Kunst auf und wurde an der École des Beaux-Art in Paris aufgenommen. Bereits zu dieser Zeit entfernte er sich von seinem ursprünglich naturalistischen Stil und geprägt durch Paul Gauguin und Vincent van Gogh wurden erste fauvistische Züge erkennbar.

Nach einem Aufenthalt in der Bretagne und der Zusammenarbeit mit André Derain wurde der endgültige Grundstein für den Fauvismus gelegt. Matisse fertigte Femme au chapeau an, wodurch er nicht nur einen Skandal erzeugte, sondern auch einen Durchbruch erreichte. Des Weiteren unternahm er eine Reise nach Algerien, woraufhin er durch die orientalischen Motive neue Leitthemen in sein Schaffen einführte.

Ab 1908 unterrichtete Matisse an seiner eigens gegründeten privaten Malschule Académie Matisse. Zu dieser Zeit unternahm er auch mehrere Reisen nach Deutschland, wo er in Berührung mit dem Expressionismus kam, woraufhin sich eine durchwegs experimentelle Periode in seinem Schaffen durchsetzte. Nicht nur Elemente aus dem Kubismus fanden ihren Weg in sein Werk, sondern auch vereinfachte malerische Mittel in dekorativem Stil und im Zuge des Ersten Weltkrieges wurde vor allem die Farbe Schwarz vorherrschend.

Ab dem Jahr 1916 hielt sich Matisse vorwiegend in Nizza auf, um sich Besserung von seiner Bronchitis zu verschaffen. Eine weit mehr naturalistische Zugangsweise ließ sich ab dieser Zeit in seinen Gemälden feststellen, die zu einem großen Teil Odalisken abbildeten. Auch Portraits, Stillleben und Landschaftsbilder standen in seinem persönlichen Zentrum des Interesses. Zur weiteren Entspannung war Matisse mehrmals auf Reisen, die ihn nicht nur nach Italien, sondern auch in die Vereinigten Staaten und sogar in die Karibik führten. Parallel dazu hatte er bedeutende Einzelausstellungen, wie beispielsweise 1931 im Museum of Modern Art in New York, woraufhin sein Bekanntheitsgrad stetig stieg. Neben der Malerei widmete er sich Illustrationen und dem Gestalten von Kostümen und Bühnenbildern.

Nach schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen einer Darmoperation begann Matisse mit Scherenschnitten zu arbeiten, wodurch er Farbe und Linie seiner Auffassung nach optimal miteinander in Verbindung bringen konnte. Diese Technik behielt er auch nach seiner Rückkehr nach Nizza bei und verwendete sie auch für sein Buch Jazz. Sein letztes großes Werk stellt die Rosenkranzkapelle in Vence dar, für die er nahezu bis zu seinem Tod am 3. November 1954 arbeitete.