Kunst und Malerei
Georges Braque
Der
französische Maler und Bildhauer Georges Braque wurde am 13. Mai
1882 in Argenteuil geboren. Er trat zunächst in die Fußstapfen
seines Vaters, der ebenfalls Dekorationsmaler war. Er absolvierte Malunterricht
in der École des Beaux-Arts und seine ersten Werke waren nicht
zuletzt aufgrund der Bekanntschaft mit Henri
Matisse fauvistisch und impressionistisch beeinflusst. Auch Ausstellungen
von Paul Cézanne
hinterließen einen tiefen Eindruck auf Braque, sodass er mehrere
Landschaftsbilder malte.
Nach seinen ersten Ausstellungen im Jahr 1907, die mit Ruhm und Anerkennung
honoriert wurden, besuchte Braque das Atelier von Pablo
Picasso und war zutiefst beeindruckt von dessen Les Demoiselles d'Avignon.
Von da an begann Braque an Figurenkompositionen zu arbeiten und entfernte
sich von seinen impressionistischen Motiven. Besonders bemerkenswert war,
dass sich er und Picasso unabhängig voneinander weiter nahe denselben
Motiven und Stilen verschrieben hatten. Diese künstlerische Nähe
zeigt sich beispielsweise in den Früchtestillleben, die beide Maler
zeitgleich anfertigten. So wurden Braque und Picasso gleichermaßen
zu maßgeblichen Begründern des Kubismus.
Im Jahr 1911 festigte sich die Zusammenarbeit der beiden Künstler
und sie verbrachten mehrere Monate gemeinsam in Céret. Dort entstanden
unter anderem Braques Mann mit Gitarre und Kerzenleuchter, sowie Picassos
Akkordeonspielerin und Stillleben mit Fächer. Im selben Jahr begann
das Zusammenleben Braques mit Marcelle Lapré, die er schließlich
1925 zur Frau nahm. Nach seiner Rückkehr aus Céret begann
Braque erstmals Buchstaben für sein Werk zu verwenden und fügte
gemalte Holzmaserungen in seine Gemälde ein. Auch Papierskulpturen
und Papiers collés sollten folgen, bei denen Zeitungsausschnitte
und Holzimitate als Bildelemente herangezogen wurden.
Nach einer weiteren Phase intensiver Zusammenarbeit mit Picasso, in der
sowohl Stillleben mit Herz-As als auch Weinglas mit Kreuz-As entstanden,
wurde Braque im Jahr 1914 in den Kriegsdienst eingezogen. Etwa ein Jahr
später zog sich dieser an der Front eine schwere Kopfverletzung zu.
Es folgte eine mehrjährige Rekonvaleszenz und schließlich eine
Rückkehr nach Paris. Dort entfernte er sich nicht nur vom kubistischen
Stil, sondern auch von seinem jahrelangen Begleiter Picasso und entwickelte
einen eigenen Stil, in dem er in erster Linie Stillleben malte. Nachdem
er zuletzt mehrere Gemälde schuf, bei denen vor allem Raum und Interieur
hervor stachen, starb Georges Braque am 31. August 1963 in Paris.