Kunst und Malerei
Karneval des Harlekins
Le carnaval d'Arlequin stammt aus dem Winter 1924/1925 vom französischen
Maler Jean Miró.
Das 66 cm x 93 cm große Gemälde gilt als sein bedeutendstes
Werk in seinem Schaffen und zeigt aufgrund seiner starken Beeinflussung
durch den Surrealismus
ein traumhaftes Abbild von einer Karnevalsfeier.
Die Gestalten sind wegen des Abstraktionsgrades nur teilweise zu erkennen.
Es lässt sich in der Mitte der Komposition eine Gestalt mit einer
Gitarre und einem Kopf in Vogelgestalt ausmachen. Links davon befindet
sich der Harlekin, eine Gestalt mit geschwungenem Bart und kreisrundem
Gesicht sowie einem Hut. In der rechten oberen Ecke des Bildes ist ein
Fenster zu erkennen, das den Blick auf blauen Himmel und Sonne frei gibt
und es zeigt des Weiteren eine schwarze, nach oben hin spitz zulaufende
Figur, die im Allgemeinen als Eiffelturm interpretiert wird. Darunter
ist ein dunkelgrauer Kreis abgebildet, der vermutlich die Erdkugel darstellen
soll. Zudem ist auf der rechten Bildseite ein Tisch zu erkennen, auf dem
sich neben einem Fisch noch weitere Objekte befinden, die allerdings nicht
eindeutig zu erfassen sind. Schließlich sind auf der gesamten Bildfläche
weitere Elemente wie Katzen, Augen, Sterne, Würfel und Noten zu sehen,
die sich scheinbar willkürlich in die Komposition einfügen.
Hervorstechend wirken die beiden wurmähnlichen Figuren in der Bildmitte,
wobei die eine in Weiß gehalten vertikal verläuft und die andere
horizontal in Schwarz gehalten in einer geöffneten Hand endet. Als
einzig naturalistisches Element lassen sich Risse in der Wand ausmachen,
die Miró vermutlich aufgrund seiner Nähe zu Leonardo da Vincis
Stil verwendet hatte.
Miró fertigte in weiterer Folge noch zahlreiche seiner sogenannten
Bild-Gedichte und Traumbilder an, die etlichen nachfolgenden Künstlern
als wahre Inspiration dienten. Vor allem die Richtung des abstrakten Expressionismus
und in weiterer Folge das Action-Painting
des Jackson Pollock
wurden maßgeblich von Miró geprägt.