Kunst und Malerei
Der Schrei
Der Schrei stammt aus einer Serie des norwegischen Malers Edward
Munch, welche den Titel Der Fries des Lebens trägt. Die
vier Bilder, die er Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts malte,
beschäftigen sich allesamt mit den Themen Angst und Tod. Dabei gilt
Der Schrei nicht nur als Munchs bekanntestes Werk, sondern als eines der
bedeutendsten Gemälde weltweit, nachdem es schließlich als
erstes Bild des Expressionismus
bezeichnet wird.
Auf dem 91 cm x 74 cm großen Bild aus Pappe stellte Munch eine Gestalt
aus frontaler Perspektive dar, die mit weit aufgerissenem Mund und an
den Kopf gehaltenen Armen im Zentrum seiner Komposition steht. Diese befindet
sich auf einer Brücke, die nach links hinten verläuft und auf
der noch zwei weitere Personen zu erkennen sind, die sich im Hintergrund
entfernen. Auch einige Schiffe sind im Hintergrund schemenhaft zu sehen.
Der Schrei besticht durch seinen grotesken Ausdruck und seine ungewöhnliche
Farbgebung. So sind die Brücke und die Landschaft im Hintergrund
eher in Grau und Grün gehalten, wohingegen das Wasser in einem auffallend
starken Blauton dargestellt wird. Zudem ist der Himmel in ein kräftiges
Rot und Orange getaucht, verschwimmt aber durch die vielen Wirbel, die
Munch angedeutet hatte, mit dem Land und dem Wasser. Der norwegische Künstler,
der während seines gesamten Lebens nicht nur mehrere Nervenzusammenbrüche
erlitt, sondern auch mit schweren seelischen Krisen und traumatischen
Erlebnissen zu kämpfen hatte, verstand es meisterhaft in seinen Bildern
und Gedichten seinen Emotionen Ausdruck zu verleihen.
Der Schrei war durch die Folgen eines Raubes auf erhebliche Art
und Weise beschädigt worden. Dieser ereignete sich im Jahr 2004 und
erst zwei Jahre später konnte das Gemälde sichergestellt werden.
Die feuchtigkeitsbedingten Schäden gelten allerdings als irreparabel
und auch ein weiterer Angriff auf das Bild durch eine Messer-Attacke hinterließen
trotz Restauration ihre Spuren. Dennoch wird Der Schrei seit 2008 im Osloer
Munch-Museum der Öffentlichkeit präsentiert.