Kunst und Malerei

Surrealismus

Der Surrealismus, der im wahrsten Sinne des Wortes über der Realität stehen will, ist eine Kunstrichtung, die sich mit dem Traumhaften bzw. Unbewussten auseinandersetzt. Ursprung der Bewegung in Kunst und Literatur war Anfang des 20. Jahrhunderts in Paris. Sie lehnte sich, ähnlich wie der dadaistische Gedanke, gegen die französische Bourgeoisie und bürgerliches Denken auf und galt daher als durchwegs revolutionär und sogar anarchistisch. Auch die Erkenntnisse von Sigmund Freud über die Psyche des Menschen sowie der Erfahrungen aus der Psychoanalyse waren ein wesentlicher Anstoß für die Surrealisten.

Der Surrealismus wurde auf entscheidende Art und Weise von André Breton gegründet und beeinflusst, der im Jahr 1924 sein erstes surrealistisches Manifest verfasst hatte. Zudem wurde die Zeitschrift La Revolution Surréalist gegründet, um den Gedanken und Ideen Raum verleihen zu können. Breton, der vormals noch im Dadaismus tätig war, war neben Max Ernst einer der Mutbegründer der Surrealisten-Gruppe. Diese setzte sich aus zahlreichen namhaften Künstlern zusammen, wie beispielsweise Luis Buñuel, Salvador Dalí, René Magritte und Joan Miró. Die Vereinigung löste sich allerdings bereits nach vier Jahren wieder auf, nachdem das zweite surrealistische Manifest zu politischen Auseinandersetzungen geführt hatte. Und obwohl es kurz vor dem Zweiten Weltkrieg zu einer Art Wiederbelebung kam, konnte sich die Gruppe nicht neu formieren.

In der bildenden Kunst kann grob zwischen dem veristischen und abstrakten Surrealismus unterschieden werden. Zu ersterem gehört das entkontextualisierte Verbinden von Dingen, die nicht zusammengehörig sind, wie es beispielsweise an den Werken von Salvador Dalí eindrucksvoll veranschaulicht wird. Zweiteres entbehrt jeglichem Realismus, wie es unter anderem Joan Miró in seinem künstlerischen Schaffen umsetzt. Die abstrakte und traumhafte Wirkungsweise ist allerdings beiden Arten gleich. Diese wurde vor allem durch eine Arbeitstechnik ermöglicht, bei der der Künstler durch Schlaf, Rauschmittel oder Anderes versuchte, sein Bewusstsein auszuschalten. Somit konnte das Unbewusste quasi in automatisierter Form das künstlerische Schaffen bestimmen. Dies ging oftmals mit einer Verfremdung der Objekte einher. Neben dem automatisierten Malen wurde das Schreiben und Zeichnen auf derartige Weise praktiziert, dass lediglich das Unbewusste zutage treten sollte. Hierfür bekannt wurden vor allem die Texte von Alfred Kubin und René Magritte, die sich in weiterer Folge prägend auf die Konzeptkunst ausgewirkt haben.