Kunst und Malerei
Pop-Art
Pop-Art ist eine Richtung in der modernen Kunst, die sich vor allem seit
Mitte der 1950er Jahre in den USA und Großbritannien herausgebildet
hatte. In den USA war dies ein deutliches Zeichen gegen den abstrakten
Expressionismus, der sich
vorwiegend in Europa durchgesetzt hatte. Des Weiteren war Pop-Art Ausdruck
eines neuen Freiheitsgefühls, das sich nach dem Zweiten Weltkrieg
ausbreitete. Doch nach dieser Phase des Zelebrierens von Wohlstand und
Konsum folgte eine Periode von zunehmender Kritik. Auch die Rassenkonflikte,
der Krieg in Vietnam und die Ermordung von John F. Kennedy führten
zu dieser differenzierten Wahrnehmung von materiellen Gütern und
Reichtum. Weit weniger verknüpft mit sozio-ökonomischen Begebenheiten
war die Entwicklung der Pop-Art in Großbritannien, die sich im Grunde
aus dem künstlerischen Schaffen von Richard Hamilton herausgebildet
hat. Rund um ihn formierte sich die sogenannte Independent-Group,
die sich mit Pop-Art auseinandersetzte. Im restlichen Europa hingegen
konnte sich die Pop-Art erst Mitte der 1960er Jahre weitgehend etablieren,
als US-amerikanische Werke Teil von großen Ausstellungen in Deutschland,
Frankreich und den Niederlanden wurden. Eine sehr spezielle Entwicklung
der Pop-Art fand in Japan statt, die sich speziell an Anime, aber auch
an traditioneller japanischer Kunst orientierte. Von großer Bedeutung
ist nicht nur in dieser Region das Werk von Takashi Murakami.
Ein elementares Merkmal der Pop-Art stellen die Motive dar, die aus dem
Alltag bzw. aus Medien und Werbung bekannt sind. Diese müssen einwandfrei
zu erkennen sein, selbst wenn sie aus dem Kontext gerissen oder verfremdet
abgebildet werden. Daher wurde diese Kunstrichtung aufgrund der Verwendung
des Trivialen oftmals als Anti-Kunst kritisiert oder gar pejorativ als
Kitsch bezeichnet. Verwirklicht wird diese Verknüpfung von Alltag
und Kunst zumeist auf großflächigen Formaten, wie Collagen
oder Plakaten, findet sich allerdings auch häufig in Form von Skulpturen.
Dabei ist charakteristisch, dass meist reine oder Primärfarben verwendet
und die jeweiligen Elemente mittels schwarzen Linien umrandet werden.
Zu den bekanntesten und bedeutendsten Werken zählen unter anderem
die Siebdrucke von Andy
Warhol, die Comic-Bilder von Roy
Lichtenstein oder die Flaggen-Bilder von Jasper Johns.