Kunst und Malerei

Kubismus

KubismusDie Stilrichtung des Kubismus war maßgeblich dafür verantwortlich, dass sich die moderne Kunst und abstrakte Malerei etablieren konnte. Der Begriff stammt aus dem Französischen - cube (Würfel) - und wurde erstmals im Zusammenhang mit dem Werk von Georges Braque verwendet. Sein Werk veranschaulicht den Übergang von gegenständlichen Formen hin zur Abstraktion in geometrische Formen.

Braques künstlerisches Schaffen ist dem analytischen Kubismus zuzuordnen, bei dem Figuren auf geometrische Formen reduziert werden und zudem der Verzicht von bunten Farben zumeist charakteristisch ist. Auch das Fehlen einer kommerziellen Perspektive führt zu der typisch zersplitterten Darstellung. Oftmals wird dem Betrachter das Objekt sogar gleichzeitig in mehreren Perspektiven gleichzeitig präsentiert, wodurch der Begriff der Simultanität nicht umsonst zu einem Schlagwort vom Kubismus geworden ist. Der analytische Kubismus wurde auch vom spanischen Künstler Pablo Picasso mitbegründet bzw. entscheidend beeinflusst.

Nach einer Periode des analytischen Kubismus folgte ab etwa 1912 eine Phase des synthetischen Kubismus, wo der Versuch darin bestand, die zerlegten Splitter wieder zusammen zu führen. Obwohl weiterhin die Freiheit in der Komposition des Bildes bestand, wurden die Gemälde nun aus wesentlich bunteren und kräftigeren Farben aufgebaut. Hierfür wurde auch von zahlreichen Künstlern die Collage-Technik verwendet. Die bevorzugten Materialien bestanden im Wesentlichen aus Holzimitat-Papier und Zeitungsausschnitten, aber auch aus Notenblättern oder Tapetenstücken.

Neben Braque und Picasso spielt auch Paul Cézanne eine entscheidende Rolle für den Kubismus. Allerdings weniger durch sein künstlerisches Schaffen, sondern durch seine theoretische Auseinandersetzung mit der Materie. Er war es, der davon sprach, die Natur in Form von geometrischen Figuren in Perspektive zu setzen, zielte mit seiner Aussage allerdings nicht auf den Kubismus in letzter Form ab. Dem entgegengesetzt versuchte er nicht zu abstrahieren, sondern vielmehr das Objekt in seiner ursprünglichen Form, aber unter verschiedenen Aspekten festzuhalten.

Was dem Kubismus folgte, bzw. sich aus ihm entwickelte, war in der Sowjetunion der Kubofuturismus, der im Grunde eine vereinfachte Form darstellte. Dadurch wurde der Weg für den Konstruktivismus geebnet, der sich nicht zuletzt durch das Wirken von Kasimir Malewitsch etabliert hatte. In Frankreich hatte sich eine Gruppe von Künstlern dem Goldenen Schnitt verschrieben und deren Schaffen stand dem kubistischen Grundgedanken sehr nahe. Allerdings wurden von den Künstlern rund um die Section d'Or wesentlich kräftigere Farben verwendet.

Doch nicht nur in der Malerei war der Kubismus von großer Bedeutung, sondern es wurden auch unzählige kubistische Plastiken von zahlreichen Künstlern geschaffen. Allen voran stehen die Werke von Picasso, aber auch Willem de Kooning oder Hans Arp konnten als kubistische Bildhauer Monumentales schaffen.