Kunst und Malerei

Konstruktivismus

KonstruktivismusDie Kunstrichtung des Konstruktivismus bildete sich vor allem Anfang des 20. Jahrhunderts in der Sowjetunion heraus und stütze sich zu einem beträchtlichen Teil auf das künstlerische Schaffen und theoretische Gedankengut von Kasimir Malewitsch und dessen Suprematismus. Nicht nur als Meilenstein für Konstruktivismus bzw. Suprematismus, sondern für die gesamte abstrakte Kunst gilt sein Schwarzes Quadrat auf weißem Hintergrund, das 1915 erstmals ausgestellt wurde. Neben Malewitsch wurde auch der russische Maler und Grafiker El Lissitzky zu einem wichtigen Vertreter des Konstruktivismus. Mit seinen Bildern, die Kompositionen von geometrischen Figuren darstellten, versuchte der gelernte Architekt eine Brücke zwischen Malerei und Architektur zu schlagen.

Der Begriff wurde im Jahr 1913 erstmals für ein Werk vom russischen Maler Wladimir Tatlin gebraucht, dessen bekanntestes Werk ein 400 Meter hoher Turm sein sollte, der nicht nur mehrere funktionale Räume beinhalten, sondern sich auch im Inneren nach den Gestirnen ausrichten sollte. Aus budgetären Gründen wurde das Monument der Dritten Internationale 0 10, bzw. der sogenannte Tatlin-Turm, niemals fertig gestellt, gilt aber dennoch als Meilenstein der Architektur.

Abseits der Sowjetunion bildete sich auch in Großbritannien eine Künstlergruppe heraus, die sich dem konstruktivistischen Prinzip verschrieben hatte. Vor allem die Schüler der St. Martin's School of Art und insbesondere Victor Pasmore erlangten große Bedeutung. Auch in den Niederlanden formierte sich eine Gruppe von Künstlern, die als De Stijl bekannt geworden sind. Der Grundgedanke folgte jenem von Wassily Kandinsky und der Stil war puristisch und ebenfalls stark geometrisch. Die Zuwendung hin zu abstrakten Gestaltungsformen beschränkte sich allerdings nicht nur auf die Malerei, sondern machte sich auch in der Architektur oder im Design von diversen Gegenständen bemerkbar.

Charakteristisch für den Konstruktivismus ist nicht nur der Gebrauch von geometrischen Formen, sondern auch großen, zumeist einfärbigen, Flächen. Dies birgt ebenso eine Ablehnung von naturalistischen Abbildungen. So knüpft diese Kunstrichtung an das Prinzip des Goldenen Schnitts an, der sich ebenfalls mit der Mathematik der Gestaltung auseinandergesetzt hatte. Deshalb konnte sich diese Strömung nicht nur in der abstrakten Malerei, sondern vor allem auch in der Architektur zu einem bestimmenden Prinzip festigen.