Kunst und Malerei
Impressionismus
Der
Impressionismus wurzelt im Frankreich des späten 19. Jahrhunderts
und gilt aufgrund der stilistischen und thematischen Schwerpunkte als
Wegbereiter der abstrakten Kunst. Als Charakteristikum impressionistischer
Malweisen lässt sich die Landschaftsmalerei identifizieren, die natur-
und realitätsgetreu zu sein hatte. Dieser Charakter findet sich auch
in Claude Monets
Gemälde Impression,
soleil levant (Impression, Sonnenaufgang), welches der impressionistischen
Bewegung ihren Namen verlieh. Neben der Landschaftsmalerei als petit
genre gelten plenair und sur-le-motif als weitere Schlagworte,
welche das Malen unter freiem Himmel, als auch vor dem Motiv bezeichnen
und so gilt die Freilichtmalerei ebenfalls als wesentliches Merkmal impressionistischer
Kunst.
Weiter charakteristisch ist auch die Verwendung von hellen, reinen Farben,
welche neben komplementären Kontrastfarben vom Betrachter als Mischfarbe
wahrgenommen werden. Diese Technik entwickelt sich im Spätimpressionismus
bzw. Pointilismus dahingehend, dass sich das gesamte Gemälde aus
mosaikartig aneinander gereihten Punkten zusammensetzt. Ermöglicht
wurde dieser Bruch mit dem handwerklichen Umgang mit Ölfarbe durch
eine technische Errungenschaft, die es erlaubte Ölfarben industriell
herzustellen. Sie konnten in Tuben gefüllt werden, waren auch länger
haltbar und ließen längere Aufenthalte in der freien Natur
zu. Die Verwendung von hellen Farben gestattet ebenfalls die Betonung
von Licht in seinen unterschiedlichen Qualitäten, welches ein weiteres
Kennzeichen impressionistischer Malerei ist. Die ausschnitthaften Bilder
heben die Wirkung des Lichts auf sein Objekt hervor und die Kontrastierung
der Farbe, in Kombination mit strichelndem Farbauftrag verleiht den Gemälden
die typische Frische. Die Farben wurden zudem nicht auf der Palette, sondern
direkt auf der Leinwand gemischt, was allerdings den wesentlichen Nachteil
mit sich brachte, dass die Bilder früher stärkere Risse aufwiesen.
Beeinflusst wurde der Impressionismus unter anderem von der japanischen
Malerei, die aufgrund der verwendeten Bildausschnitte und Schematisierung
der Formen auf europäische Betrachter einen besonderen Reiz ausübte.
Auch japanische Farbholzschnitte waren eine Quelle der Inspiration impressionistischer
Künstler, die sich dadurch auch in ihrem eigenen Umgang mit Form
und Farbe bestärkt fühlten.
Als wichtige Vertreter des Impressionismus gelten in Frankreich unter
anderem Paul Cézanne
und Pierre-Auguste
Renoir und in den Niederlanden Vincent
van Gogh. Sie schufen nicht nur zahlreiche Werke, die von großer
Bedeutung für die damalige Kunstszene waren, sondern inspirierten
und beeinflussten durch ihre Arbeiten zahlreiche nachfolgende Künstler.