Kunst und Malerei
Action-Painting
Action-Paiting ist eine Kunstrichtung, die sich vorwiegend in den USA
aus dem abstrakten Expressionismus
in der Nachkriegszeit herausgebildet hat. Der Begriff geht zurück
auf den Kunstkritiker Harald Rosenberg, der ihn Mitte der 1950er Jahre
eingeführt hat. Vor allem der US-amerikanische Maler
Jackson Pollock wird mit dem Action-Painting in Verbindung gebracht,
der durch sein künstlerisches Schaffen auch maßgeblich daran
beteiligt war, es auf internationaler Ebene bekannt zu machen.
Neben Pollock war auch der US-amerikanische Maler niederländischer
Herkunft Willem de Kooning Mitbegründer des Action-Painting. Die
beiden Künstler beeinflussten und inspirierten sich gegenseitig während
ihrer gemeinsamen Zeit in New York. Diese Zusammenarbeit endete allerdings
Ende der 1940er Jahre in ausgeprägter Rivalität. Allerdings
verwendete de Kooning niemals Pollocks Methode des Dripping und
verlieh seinem Werk eher gestische Züge.
Die dynamische Maltechnik beim Action-Painting ist dadurch gekennzeichnet,
dass es keinen strukturierten bzw. vorweg geplanten Bildaufbau verlangt.
Der jeweilige Künstler beeinflusst den Farbauftrag nur unbewusst
und auf gezieltes Mischen der Farbe wird ebenso verzichtet. So kann die
Farbe entweder geschüttet, gespritzt oder getropft, bzw. in groben
Zügen durch Pinsel, Spachtel oder andere Werkzeuge aufgetragen werden.
Hierdurch ergibt sich, dass der Begriff des Action-Painting nur unklar
umrissen ist, da beispielsweise auch das so genannte Dripping zugehörig
wird. Letzteres wurde maßgeblich vom deutschen Maler Max Ernst begründet,
der ursprünglich stark vom Surrealismus
beeinflusst war. Ein bedeutendes Werk stellt Der verwirrte Planet aus
dem Jahr 1942 dar, für das Ernst einen Behälter voll Farbe mit
einem Loch im Boden versah und diesen an einer Schnur über der liegenden
Leinwand befestigte. Den Behälter in rhythmische Schwingungen versetzt,
erhielt er den getropften Farbauftrag in kreisförmigen Mustern.
Auch das Schüttbild, das von zahlreichen Aktionskünstlern als
Stil und Technik verwendet wird, fällt unter die Kategorie des Action-Painting.
Als einer der bekanntesten und möglicherweise auch kontroversesten
gilt der Österreicher Hermann Nitsch. Bereits seit Anfang der 1960er
Jahre verwendete er jene Technik und veranstaltete Orgien-Mysterien-Theater,
die jenen Events der abstrakten Expressionisten in New York ähnlich
waren. Als besonders Aufsehen erregend galten Nitschs Werke, für
die er Tierkadaver und Blut verwendete.