Kunst und Malerei

Ursprünge und Entwicklung

SonnenaufgangLange vor der Erklärung der abstrakten Kunst zur neuen Kunstform entstanden zahlreiche Gemälde und Grafiken ohne erkennbaren Gegenstand. Diese blieben allerdings in den Ateliers hinter verschlossenen Türen und dienten lediglich zum Experimentieren von Form und Farbe. Mit der Entwicklung der Kunst der Moderne zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte sich der Trend zur Abstraktion fest. Die Einflüsse des Neo-Impressionismus, Kubismus und Expressionismus trugen wesentlich dazu bei. In diesem Kontext ist die Entstehung der atonalen Musik von Arnold Schönberg ebenfalls von großer Bedeutung. Der Begriff wurde im Laufe der Zeit innerhalb der bildenden Kunst laufend erweitert und kann schließlich jede Form von vereinfachender Darstellung bezeichnen. Trotz der ernsthaften Kritik vieler Künstler und Kunsttheoretiker nahm die Entfaltung der Ungegenständlichkeit ihren Lauf und heute gilt die abstrakte Malerei als essentieller Bestandteil der modernen Kunst.

Als einer der wesentlichen Begründer der abstrakten Kunst gilt Wassily Kandinsky. Neben seinen Werken hat vor allem das revolutionäre und kontroverse Schwarze Quadrat auf weißem Grund von Kasimir Malewitsch die Entwicklung der abstrakten Malerei maßgeblich beeinflusst. Zu weiteren wichtigen Vertretern zählen aufgrund ihrer bedeutenden Werke unter anderem Salvador Dalí, Paul Gauguin, Joan Miró, Edvard Munch und Pablo Picasso. Das abstrakte Prinzip hat sich nach seiner Entstehung in Europa und später weltweit schnell verbreitet, allerdings gab es in dieser Phase keine Gruppierungen von Künstlern, die sich der Ungegenständlichkeit verschrieben hatten.

Ausgehend von der Malerei wurde der abstrakte Stil in andere Kunstbereichen übernommen, so wie beispielsweise in die Plastik, als auch mit neuen technischen Errungenschaften in die Fotografie. Der Trend entwickelte sich von der Beschäftigung mit visuellen Oberflächen hin zu den Ideen und der Morphologie der Welt. Auch die Konzeptkunst, die sich nicht mehr auf das abstrakte Abbilden beschränkt, sondern mittels der Dinge selbst Bedeutung schafft, wie es an Rauminstallationen oder Pop-Art sichtbar gemacht wird.